Der Tod muss ein Wiener sein...

Der Tod, das muss ein Wiener sein. Wo sonst gehören Totenreiche wie die Kapuzinergruft, wo die sterblichen Überreste von 146 Habsburgern ruhen, oder die Karner mit 11 000 Skeletten unter dem Stephansdom zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten einer Stadt? Wo gibt es Menschen, die Visitenkarten mit der Adresse ihrer letzten Ruhestätte verteilen? Wo singt man beim Glaserl Wein: "Es wird a Wein sein, und mir wer'n nimmer sein"? Wo stehen die Menschen in Dreierreihen an, wenn - wie im Bestattungsmuseum beim Tag der offenen Tür - Probeliegen im Sarg angeboten wird? Keller sagt: "In Wien ist der Tod immer dabei. Er ist wie der eigene Schatten. Im Wienerlied wird er auf eine Stufe gestellt mit dem schönen Mädchen. Er ist der Sensenmann, mit dem man lebt, nach dem Motto: Wer ihn umarmt, dem kann er nix tun." Und wenn er doch kommt, dann erweist man ihm die Ehre. Sild sagt: "In Deutschland begräbt man ihn, und er ist weg - bei uns nicht."

Auszug aus dem Artikel von Brandeins


Wiener Zentralfriedhof

Friedhof Döbling

Friedhof Heiligenstadt

Friedhof St. Marx